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Der Grüne Knopf

Der Grüne Knopf ist ein globales Siegel mit staatlicher Überwachung. Er kennzeichnet sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien, die von verantwortungsvoll handelnden Unternehmen in Verkehr gebracht werden.

Der Grüne Knopf richtet sich an alle Unternehmen, die Textilwaren herstellen und/oder vertreiben. Dies umfasst sowohl Hersteller solcher Waren, als auch Handelsunternehmen, die Fremdprodukte als Eigenmarken vertreiben. Nicht erfasst sind hingegen Unternehmen, die Fremdprodukte vertreiben, ohne dabei selbst als Produktverantwortliche aufzutreten.

Eine detaillierte Übersicht der anerkannten Warenklassen finden Sie hier (PDF, 3.77 MB) .

Wer steht hinter dem Grünen Knopf?

Siegelinhaber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Siegelgeber legt die Kriterien und Bedingungen für den Grünen Knopf fest. Bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist hierfür eine Geschäftsstelle eingerichtet.

Als unabhängige Zertifizierungsstelle (bei der Vergabe vom Grünen Knopf Prüfstelle genannt) prüft, bewertet und bestätigt DIN CERTCO die Einhaltung der Kriterien. Bei erfolgreicher Zertifizierung wird das Siegel Grüner Knopf im Auftrag des BMZ vergeben.

Welche Rolle spielt der Grüne Knopf in der öffentlichen Beschaffung?

Die Zertifizierung für den Grünen Knopf erfolgt auf Grundlage von Internationalen Standards Der Grüne Knopf ist damit geeignet für die nachhaltige öffentliche Beschaffung in der Europäischen Union (EU).

Welche Anforderungen stellt der Grüne Knopf an Unternehmen und Produkte?

Als erstes staatliches Siegel verbindet der Grüne Knopf Anforderungen an das Produkt (z. B. Mode oder Heimtextilien) und an das Unternehmen.

Ein Produkt muss 26 soziale und ökologische Mindeststandards einhalten. Die Erfüllung der Produktkriterien wird über vorhandene, anerkannte und glaubwürdige Siegel nachgewiesen.

Außerdem muss das Unternehmen als Ganzes seine Sorgfaltspflichten anhand von 20 Kriterien nachweisen. Grundlage der Unternehmenskriterien sind die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (VN) sowie sektorspezifische Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains in the Garment and Footwear Sector“.

In der Einführungsphase werden die Zertifizierungsverfahren durch ausgewählte und in anderen Bereichen akkreditierte Prüfstellen (Zertifizierungsstellen) und in enger Abstimmung und unter Aufsicht der DAkkS durchgeführt.

Welche Stufen der Lieferkette werden vom Grünen Knopf abgedeckt?

In der Einführungsphase deckt der Grüne Knopf die Produktionsstufen „Zuschneiden und Nähen“ (Konfektionierung) sowie „Bleichen und Färben“ (Nassprozesse) ab.

In den nächsten Jahren wird er mit Hilfe eines unabhängigen Beirats weiterentwickelt und auf weitere Produktionsstufen ausgeweitet. U.a. werden existenzsichernde Löhne als Kriterium angestrebt.

Unternehmenskriterien

Die unternehmensbezogenen Kriterien umfassen fünf Kernelemente, die jeweils für die Prüfung mit Kriterien und Indikatoren hinterlegt sind. Diese Kernelemente werden auch im NAP entsprechend verwendet.

Die fünf Kernelemente lauten:

1. Unternehmenspolitik ausrichten (Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte und Schutz der Umwelt);

2. Risiken identifizieren und priorisieren (Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte und die Umwelt);

3. Effektive Maßnahmen ergreifen (Maßnahmen zur Abwendung potenziell negativer Auswirkungen und Überprüfung der Effektivität dieser Maßnahmen);

4. Transparent berichten (Berichterstattung);

5. Beschwerden berücksichtigen (Beschwerdemechanismus).

Produktkriterien

  • Produktkriterien werden durch anerkannte Siegel nachgewiesen;
  • Für die Konfektionierung müssen Sozialstandards nachgewiesen werden (außer, wenn die Konfektionierung in der EU geschieht, dann müssen keine weiteren Nachweise für Sozialstandards erfolgen);
  • Für die Textilveredelung („Nassprozesse“) müssen Umweltstandards nachgewiesen werden (auch in der EU);
  • Die Kriterien beziehen sich zusätzlich auf den Bereich Glaubwürdigkeit und können durch anerkannte Siegel abgedeckt werden:
  • Eine Kombination von Siegeln zur Abdeckung aller Anforderungen ist nach Prüfung der konkreten Konstellation durch die Geschäftsstelle möglich;
  • Unternehmenseigene Siegel können ggf. auch anerkannt werden, wenn sie die Kriterien für die Bereiche Soziales und Umwelt sowie die spezifischen Anforderungen für die glaubwürdige Umsetzung unternehmenseigener Standardsysteme erfüllen.

Zertifizierung und Teilnahme am Grünen Knopf

Wie ist das Antragsverfahren in der Einführungsphase ausgestaltet?

Für die Zertifizierung mit dem Grünen Knopf ist ein dreistufiges Verfahren vorgesehen. Die Teilnahme an der Folgestufe setzt die erfolgreiche Erfüllung der vorangegangenen Stufe voraus.

1. Antragstellung

  • Das Unternehmen reicht bei der Geschäftsstelle Grüner Knopf einen formlosen Antrag ein.
  • Die Geschäftsstelle prüft die Antragsberechtigung (siehe hierzu: "Welche Unternehmen können den Grünen Knopf beantragen?").
  • Die Geschäftsstelle bietet dem Unternehmen ein Beratungsgespräch zur Vorbereitung auf die Prüfung an. Das Unternehmen bereitet die Prüfung intensiv vor.

2. Erstprüfung durch eine unabhängige Prüfstelle

  • Die Geschäftsstelle vermittelt dem Unternehmen eine unabhängige Prüfstelle.
  • Das Unternehmen schließt mit der Prüfstelle einen Prüfvertrag.
  • Die Prüfstelle kontrolliert die Erfüllung aller Unternehmenskriterien sowie - an-hand vorhandener Siegel - die Erfüllung der Produktkriterien.

3. Abschluss eines Lizenzvertrages

  • Bei positiver Unternehmens- und Produktprüfung wird ein Zertifikat von der Prüfstelle ausgestellt. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Es erfolgt eine Überwachung während des Zertifizierungszeitraums. Weiterhin unterzeichnet das Unternehmen mit der Geschäftsstelle einen Lizenzvertrag.
  • Während der Laufzeit des Lizenzvertrages berechtigt dieser das Unternehmen, geprüfte Produkte mit dem Grünen Knopf zu kennzeichnen.

Weitere Dokumente werden in Kürze bereitgestellt