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Änderungen an der Verpackungsdirektive von 2015 bis heute

01.03.2019Berlin

In 2015 erschien eine Neuauflage der Verpackungsverordnung Richtlinie 94/62/EG des Europäischen Parlaments. Vorrangige Ziele sind:

  • Vermeidung von Verpackungsabfällen
  • Wiederverwendung der Verpackungen
  • Stoffliche Verwertung

Die Mitgliedstaaten der EU sind verpflichtet Maßnahmen zur Erreichung folgender definierter Ziele zu ergreifen:

  • Verbrauch an leichten Kunststofftragetaschen pro Person bis 31. Dezember 2019: max. 90, und bis 31. Dezember 2025: max. 40 - Sehr leichte Kunststofftragetaschen können von den nationalen Verbrauchszielen ausgenommen werden.
  • Leichte Kunststofftragetaschen dürfen in Verkaufsstellen von Waren oder Produkten bis spätestens 31. Dezember 2018 nicht unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Sehr leichte Kunststofftragetaschen können von diesen Maßnahmen ausgenommen werden.

Die Mitgliedstaaten berichten ab dem 27. Mai 2018 über den jährlichen Verbrauch an leichten Kunststofftragetaschen und es steht ihnen frei, welche Maßnahmen (z. B. Einführung wirtschaftlicher Instrumente, Marktbeschränkungen) sie einsetzen zum Erreichen dieser Ziele.

Bisher gibt es folgende Maßnahme in ausgewählten Ländern – Stand Mai 2018:

Deutschland:

  • 80 % aller Tragetaschen werden nicht mehr umsonst an Verkaufsstellen ausgegeben. Ausnahme sind sehr leichte Kunststofftragetaschen (< 15 µm)

  • Gemäß der Bioabfallverordnung (BioAbfV) dürfen EN 13432 oder 14995 zertifizierte kompostierbare Abfalltüten zum Sammeln biologisch abbaubarer Abfälle wie z. B. Küchen- und Kantinenabfällen verwendet werden.

Italien:

  • Verbot von fast allen Plastiktüten <100 µm. Ausnahmen sind biologisch abbaubare und kompostierbare Tüten nach EN 13432
  • Verbot von sehr leichten Kunststofftüten (< 15 µm). Ausnahmen sind kompostierbare Tüten nach EN 13432, welche zudem einen gewissen %-Anteil an biobasiertem Kohlenstoff enthalten:
    • Ab Jan 2018: mind. 40 % biobasierter Anteil
    • Ab Jan 2020: mind. 50 % biobasierter Anteil
    • Ab Jan 2021: mind. 60 % biobasierter Anteil

Frankreich:

  • Ab 1. Juli 2016 Verbot von leichten Kunststofftragetaschen (< 50 µm) mit der Ausnahme von nach NF T 51-800 heimkompostierbaren Taschen. Diese müssen ebenfalls einen biobasierten Anteil von mindestens 30 % enthalten. Dieser Anteil wird sukzessive wie folgt erhöht:
    • Ab Jan 2018: mind. 40 % biobasierter Anteil
    • Ab Jan 2020: mind. 50 % biobasierter Anteil
    • Ab Jan 2021: mind. 60 % biobasierter Anteil

Niederlande:

  • Ab 1. Januar 2016 Verbot von unentgeltlich erhältlichen Plastiktüten.
  • Generell: Alle nach EN 13432 zertifizierten kompostierbaren Verpackungen können in der Biotonne entsorgt werden.

Belgien

  • Verbot von sehr leichten Kunststofftragetaschen. Ausnahmen sind biologisch abbaubare und kompostierbare Tüten nach EN 13432.
  • Info: Ungefähr 30 % der belgischen Haushalte nutzen Ihren Gartenkompost zur Verwertung von Küchen- und Gartenabfällen.

Spanien

  • Gebühr für alle Plastiktüten ab 1. Januar 2018. Ausnahme sind sehr leichte Kunststofftragetaschen für Lebensmittel und Hygiene.
  • Geringere Gebühr für biologisch abbaubare Tüten.
  • Verbot von leichten oxo-abbaubaren Tüten. (Hinweis: Oxo-abbaubare Kunststoffverpackungen gelten nicht als biologisch abbaubar.)

Änderung der Verpackungsverordnung 2018/852 vom 30. Mai 2018

Bezüglich biologisch abbaubarer und kompostierbarer Materialien wurde folgender Passus ergänzt:

„Biobasierte, recycelbare Verpackungen und kompostierbare, biologisch abbaubare Verpackungen könnten eine Gelegenheit bieten, erneuerbare Quellen für die Herstellung von Verpackungen zu fördern, wenn sich dies im Rahmen eines Lebenszykluskonzepts nachweislich als sinnvoll erweist.“

Zudem können zur Berechnung der Recyclingquote Abfälle, die aerob oder anaerob behandelt werden, einbezogen werden wenn durch diese Behandlung Kompost, Gärrückstände [..] erzeugt werden. Wenn der Output auf Flächen aufgebracht wird, können ihn die Mitgliedstaaten als recyceltes Material anrechnen, wenn diese Verwendung Vorteile für die Landwirtschaft oder eine Verbesserung des Umweltzustands bewirkt.

Kontaktieren Sie uns gerne bei weiteren Fragen zur der neuen Direktive unter info@dincertco.de. Gerne senden wir Ihnen auch unser Whitepaper mit mehr Informationen über die unterschiedlichen Märkte und Anforderungen an kompostierbare und/oder biobasierte Verpackungen zu.

Hier erhalten Sie mehr Informationen zu unserer Zertifizierung von biobasierten Produkten und industriell kompostierbaren Produkten .

Benjamin Nowak
+49 30 7562-1115
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