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Beschichtungsinspektoren / Paint Inspectors für den Stahlbau
Korrosionsschäden verursachen in der gesamten Volkswirtschaft noch immer große wirtschaftliche Verluste. Zum einen durch kostspielige Instandsetzungsmaßnahmen, zum anderen durch Produktionsausfälle.
Korrosionsschutzmaßnahmen helfen, diese Verluste zu vermeiden oder zu minimieren. Für den größten Teil der vor Korrosion zu schützenden Metalle werden Beschichtungssysteme und Überzüge eingesetzt. Beschichtungen trennen die Metalloberfläche vom angreifenden Medium. Sie können aber nur dann wirksam vor Korrosion schützen, wenn Sie fachgerecht ausgeführt werden. Hierfür bedarf es besonderer Fachkenntnisse über Korrosionsarten und -erscheinungen sowie über die anzuwendenden Schutzmaßnahmen.
Beschichtungsinspektoren / Paint Inspectors haben die geforderten Kenntnisse im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erworben und durch praktische Erfahrung vertieft. Sie besitzen die praktischen Fähigkeiten, Korrosionsschutzsysteme auszuwählen und anzuwenden.
Durch eine Personenzertifizierung haben Beschichtungsinspektoren die Möglichkeit, diese Qualifikation ihren Auftraggebern zu dokumentieren.
Prüfgrundlagen für den DIN-Geprüften Beschichtungsinspektor
Prüfgrundlage für die DIN-Zertifizierung von Beschichtungsinspektoren ist das Zertifizierungsprogramm "DIN-Geprüfter Beschichtungsinspektor / Paint Inspector", welches in enger fachlicher Anlehnung an den norwegischen Standard NS 476 erstellt wurde.
- NS 476 "Paints and coatings - Approval and certification of surface treatment inspectors"
Darüber hinaus ist die folgende Europäische Norm mit all ihren normativen Verweisungen prüfungsrelevant:
- DIN EN ISO 12944 "Beschichtungsstoffe - Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme" Teil 1 bis 8
Die DIN-Zertifizierung der Beschichtungsinspektoren / Paint Inspectors erfolgt in 3 Qualifikationsstufen:
- Stufe A: Erfüllung der Anforderungen bezüglich Ausbildung, Kenntnissen und Fertigkeiten gemäß Zertifizierungsprogramm
- Stufe B: Zusätzlich zur Stufe A eine mindestens 2-jährige Vollzeiterfahrung auf dem Gebiet der Überwachung von Beschichtungsarbeiten.
- Stufe C: Zusätzlich zur Stufe A eine mindestens 5-jährige Vollzeiterfahrung auf dem Gebiet der Überwachung von Beschichtungsarbeiten.
Ausbildung zum Beschichtungsinspektor
Die Teilnehmer müssen eine Ausbildung in einem dem Fachgebiet entsprechenden Beruf abgeschlossen haben. Zusätzlich sollten sie an Weiterbildungen teilnehmen, um spezifische Fachkenntnisse zu erwerben.
An unserem Partnerinstitut IKS Institut für Korrosionsschutz in Dresden werden im Rahmen der 14-täglichen Schulung "Beschichtungsinspektoren / Paint Inspectors" die geforderten Kenntnisse und die notwendigen praktischen Fähigkeiten für Beschichtungsinspektoren vermittelt.
Prüfung und Zertifizierung
Der Nachweis der theoretischen Fachkenntnisse und der praktischen Fähigkeiten erfolgt im Rahmen einer schriftlichen und praktischen Prüfung.
Bei positiver Bewertung der Prüfungsergebnisse erteilt DIN CERTCO ein Zertifikat, das eine Gültigkeit von 5 Jahren hat. Darüber hinaus erhält der DIN-Geprüfte Beschichtungsinspektor einen Ausweis zur Dokumentation seiner Qualifikation auf der Baustelle.
Die Registernummer zur eindeutigen Identifizierung des DIN-Geprüften Beschichtungsinspektors / Paint Inspectors hat folgenden Aufbau:
- Stufe A: PZ-BIA-000
- Stufe B: PZ-BIB-000
- Stufe C: PZ-BIC-000
Aufrechterhaltung der Fachkenntnisse
Während der Gültigkeit des Zertifikats müssen zertifizierte Beschichtungsinspektoren regelmäßig nachweisen, dass sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten anwenden. Nach Ablauf der Gültigkeit des Zertifikats kann auf Antrag des Zertifikatinhabers die Gültigkeit des Zertifikats um weitere 5 Jahre verlängert werden, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.
Einzelpersonen können durch die Personalzertifizierung ihre Kompetenz hervorheben und nachvollziehbar darlegen. Im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems kann die Personal-Zertifizierung bei der Erfüllung des Elements Qualifikation hilfreich sein. Mit dem Zertifikat kann der Fachmann darüber hinaus darstellen, dass seine Kenntnisse immer "up to date" sind.
