• Drucken
  • E-Mail

Agrarholz nachhaltig angebaut (Kurzumtriebsplantagen)

Agrarholz

Agrarholz ist holzartige Biomasse, die der stofflichen, energetischen und chemischen Verwertung zugeführt werden kann. Für dieses Holz (auch Dendromasse genannt), das in der Regel nicht für die traditionelle höherwertige Verwendung (Möbel, Hausbau etc.) zum Einsatz kommt, steigt in Deutschland wie auch weltweit die Nachfrage. Der Rohstoff Holz wird für die Produktion von Papier, Holzwerkstoffen, Energie und zunehmend auch für Erzeugnisse der chemischen Industrie verwendet.

Der Anbau schnell wachsender Baumarten kann einen Beitrag zur Sicherung der Holzversorgung stofflicher, energetischer und chemischer Holznachfrager leisten und gleichzeitig zum Klimaschutz (CO2-Fixierung, Alternative für fossile Brennstoffe) beitragen.

Mit dem Ziel eine Zertifizierung für nachhaltig angebautes Agrarholz zu entwickeln, haben das Internationale Institut für Wald NRW und die DIN CERTCO im Rahmen eines von der Bundesstiftung Umwelt und das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes zusammengearbeitet. Hierzu wurde über einen Projektbeirat mit Agrarholz-Experten aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Praxis und Naturschutz aus ganz Deutschland Kriterien zur Bewertung eines nachhaltigen Anbaus definiert.

Die Kriterien der Zertifizierung orientieren sich an nationalen und europäischen Regelungen. Zusätzlich wurden aber auch Anforderungen, die über geltende Standards hinausgehen, definiert. Der zusammen mit den Experten im Projektbeirat erarbeitete und abgestimmte Kriterien- und Indikatoren-Katalog wurde im Rahmen von fünf Praxistests bei Betreibern von Agrarholzflächen in Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern erfolgreich auf seine Praxistauglichkeit erprobt und bildet damit eine der Grundlagen für die Zertifizierung.

DINplus Agrarholz, Nachhaltig angebaut

Vertrauen ist gut - DINplus ist besser.

Anbieter von Agrarholz können ihre Flächen und die darauf angebaute Dendromasse nach erfolgreicher Zertifizierung mit dem Qualitätszeichen DINplus Agrarholz nachhaltig angebaut ausweisen und geben damit ihren Abnehmern eine wichtige Entscheidungshilfe.

Prüfgrundlagen

Im Rahmen des Projektes wurde in Abstimmung mit dem Projektbeirat ein Kriterien- und Indikatoren-Katalog erarbeitet, der auf den folgenden Teilen der Europäischen Norm DIN EN 16214 basiert:

  • DIN EN 16214-1Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen für Energieanwendungen – Grundsätze, Kriterien, Indikatoren und Prüfer
  • DIN EN 16214-3Biodiversität und Umweltaspekte im Zusammenhang mit Naturschutzzwecken

Qualitätskriterien

Im Zertifizierungsprogramm sind Anforderungen an die Anlage der Flächen und deren Bewirtschaftung definiert. Außerdem wird kontrolliert, wie Abnehmer für die Dendromasse gesucht wurden und ob Anforderungen an Sozialleistungen und Lohnzahlung erfüllt sind.

Im Speziellen bedeutet dies, dass bei der Anlage der Flächen Monokulturen vermieden und ausschließlich geprüfte Klone eingesetzt werden sollen. Die eventuell für die Bewirtschaftung erforderlichen Dünger dürfen nur Bedarfsgerecht und den Anforderungen der Düngemittelverordnung entsprechend eingesetzt werden. Die Anlage und Bewirtschaftung der Agrarholzflächen hat außerdem mit Rücksicht auf die angrenzenden Nachbarschaftsflächen, den damit verbunden Rechten Anderer und Naturschutzgebiete zu erfolgen.

Der Weg zum Zeichen

Der Flächenbetreiber stellt bei der DIN CERTCO einen Antrag auf Zertifizierung. Sollte die Anbaufläche von Agrarholz größer 15 ha sein, muss ein Vor-Ort-Audit terminiert und durchgeführt werden. In Vorbereitung auf das Audit wird der Antragsteller informiert, welche Dokumente bereitzustellen sind, um die Anforderungen des Zertifizierungsprogramms zu überprüfen. Sollte die zu zertifizierende Flächengröße kleiner 15 ha sein, wird dem Antragsteller nach Eingang des Antrags mitgeteilt, welche Dokumente für die Konformitätsbewertung (Zertifizierung) bei der Zertifizierungsstelle einzureichen sind.

Nach erfolgreicher Zertifizierung wird dem Antragsteller ein Zertifikat ausgestellt und er erhält ein Zeichennutzungsrecht für das Qualitätszeichen DINplus in Verbindung mit der entsprechenden Registernummer. Das Zertifikat ist 5 Jahre gültig.

Beginnend mit dem zweiten Jahr nach der Zertifizierung wird im Abstand von 2 Jahren eine Überwachung durchgeführt. Der Umfang der Überwachung entspricht den Vorgaben für die Erstzertifizierung, also einer Dokumentenprüfung oder einem Vor-Ort-Audit. Nach Ablauf der Gültigkeit der Zertifizierung kann ein Antrag auf Verlängerung eingereicht werden.

Dokumente