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Kunststoffbeläge und Fallschutzbeläge

Kunststoffbeläge

Ein Kunststoffbelag wird in der Leichtathletik vor allem für Lauf- und Sprungwettbewerbe genutzt.Fallschutzbeläge findet man typischerweise auf barrierefreien Kinderspielplätzen. Kunststoffbeläge in Sportfreianlagen werden erst vor Ort auf der Baustelle hergestellt. Sie bestehen meist aus Gummigranulat auf Recyclingbasis (SBR), Granulaten aus dem synthetischen Gummi EPDM und dem Bindemittel Polyurethan (PUR). Diese Komponenten werden vor Ort vermischt, in breiförmigem Zustand aufgetragen, nivelliert und verdichtet. Das Materialgemisch härtet aus und bildet eine elastische, fest mit dem Untergrund verbundene Schicht.

Fallschutzbeläge eigenen sich für barrierefreie Kinderspielplätze und gewährleisten einen dauernd gleich bleibenden Fallschutz im Innen- oder Außenbereich. Bisher gibt es in Deutschland für diese Beläge nur Anforderungen an die Fallschutzwirkung, jedoch keine Anforderungen an weitere wichtige funktionelle und technische Eigenschaften. Das Zertifizierungsprogramm von DIN CERTCO beschreibt ein neues Anforderungsprofil für diese Beläge und berücksichtigt zusätzlich zur Europäischen Norm DIN EN 1177 "Stoßdämpfende Spielplatzböden - Bestimmung der kritischen Fallhöhe" auch Festlegungen der britischen Norm BS 7188:1998 "Impact absorbing playground surfacing – Performance requirements and test methods".

Außerdem wurden Anforderungen bezüglich der Umweltverträglichkeit gemäß dem aktuellen Stand der Diskussion aufgenommen.

Anwendung von Kunststoffbelägen und Fallschutzbelägen

Kunststoffbeläge in Sportfreianlagen werden nach folgenden Anwendungen unterschieden:

  • Leichtathletikanlagen, Lauf- und Anlaufbahnen
  • Kleinspielfelder und Anlagen für regeloffene Sport- und Freizeitaktivitäten
  • Kombinierte Anlagen
  • Tennisplätze

Fallschutzwände nach DIN EN 1177 bestehen aus unterschiedlichen Werkstoffen mit stoßdämpfenden Eigenschaften, wie

  • Gummiplatten, Matten, Bretter, nahtlose Kunststoffböden, oder
  • verlegtes loses Bodenmaterial, wie Kies, Sand, Holzschnitzel, Rinde usw.

Kunststoffbeläge in Sportanlagen haben mehrere Funktionen

  1. Die Sportfunktion dient der bestmöglichen Anwendung der verschiedenen Techniken einzelner Sportarten unter Vermeidung zu großer Risiken bei der Belastung des Bewegungsapparates und zu hohen Energieverbrauchs (Ermüdung).
  2. Die Schutzfunktion dient der Entlastung des Bewegungsapparates des Sportlers bei Lauf und Ballspiel sowie der Verringerung der Verletzungsgefahr bei Stürzen.
  3. Die technische Funktion dient der langfristigen Erhaltung ihrer Sport- und Schutzfunktion.

Fallschutzbeläge dämpfen den Aufprall
Um Verletzungen weitgehend zu vermeiden, muss die Aufprallfläche durch stoßdämpfende Eigenschaften die Energie eines möglichen Sturzes abbauen. Stoßdämpfendes Bodenmaterial wird ab 60 cm Fallhöhe vorgeschrieben, es sei denn, dass eine „erzwungene Bewegung“, etwa durch Rutschen, Schaukeln oder Karusselle, vorliegt. In diesem Fall ist immer ein stoßdämpfender Untergrund vorzusehen.

Prüfung und Zertifizierung

Die Anforderungen und Prüfungen an Kunststoffbeläge und Fallschutzbeläge unterscheiden sich nach ihrer unterschiedlichen Anwendung und Aufbau. Die Einsatzmöglichkeiten und Werkstoffe werden in den technischen Angaben zum Zertifikat ausgelobt.

Im Anschluss an eine Laborprüfung des Belagtyps werden in der Regel einmal im Jahr von unabhängigen Inspektoren im Rahmen von Werks- und Baustellenbesichtigungen die Herstellung und der Einbau der Kunststoffbeläge überprüft. Die erfolgreiche Durchführung dieser Überwachungsmaßnahmen bildet die Voraussetzung für eine Verlängerung der auf ein Jahr ausgestellten Zertifikate um jeweils ein weiteres Jahr.

DIN-Geprüft

Prüfgrundlagen

Grundlage für die Vergabe des Zertifizierungszeichens "DIN-Geprüft" bildet Zertifizierungsprogramm „Kunststoffbeläge in Sportfreianlagen und auf Kinderspielplätzen " und die folgenden Normen:

für Kunststoffbeläge in Sportfreianlagen:

  • DIN EN 14877 - Kunststoffflächen auf Sportanlagen im Freien - Anforderungen

für Fallschutzbeläge auf Kinderspielplätzen:

  • DIN EN 1177 - Stoßdämpfende Spielplatzböden - Bestimmung der kritischen Fallhöhe
  • DIN EN 1176-1, Abschnitt 4.2.8.5 - Spielplatzgeräte und Spielplatzböden - Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
  • DIN 51130 - Prüfung von Bodenbelägen - Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr, Begehungsverfahren - Schiefe Ebene

Folgende Qualitätskriterien müssen erfüllt sein

Werkserstbesichtigung
Überprüfung der personellen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen zur Herstellung und kontinuierlichen Überwachung der Qualität der Produkte

Laborprüfung
Eignungsprüfung von Kraftabbau, Vertikale Verformung, Gleitreibungsbeiwert, Rutschsicherheit, Wasserdurchlässigkeit, Verschleißbeständigkeit, Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Spikes-Beständigkeit UV-Alterung, Dicke und kritische Fallhöhe (nur bei Fallschutzbelägen).

Überwachung
Wird jährlich durchgeführt und dient der Feststellung, ob das zertifizierte Produkt in der Produktionsphase dem typgeprüften Produkt entspricht.

Prüfung und Bewertung

Nur diejenigen Kunststoffbeläge und Fallschutzbeläge erhalten das "DIN-Geprüft"-Zeichen, die ihre Übereinstimmung mit den Normen durch eine erfolgreich bestandene Laboranalyse und die Werks- und Baustellenbesichtigungen von einem bei DIN CERTCO anerkannten Prüf- und Inspektionsstellen nachgewiesen haben.

Nach positivem Bewertungsergebnis erteilt DIN CERTCO ein Zertifikat, das 1 Jahre gültig ist. Das Zertifikat kann nach Ablauf der Gültigkeit und erfolgreicher Überwachungsmaßnahmen um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden.

Alle Zertifikatinhaber werden auf unserer Homepage veröffentlicht und können unter "Zertifikatinhaber" abgerufen werden. Hersteller, Planer/Installateure und Verbraucher nutzen diesen Service, um sich über zertifizierte Produkte zu informieren.