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Die KEYMARK - Der Schlüssel für Europa

Europa

Ein einheitliches Produktqualitätszeichen für die europäischen Verbraucher

Europa wächst zusammen - auch in der Produktkennzeichnung. Seit dem Januar 2002 kann der Verbraucher seine Einkäufe in Europa in einer einheitlichen Währung tätigen. Er kann nun aber auch sicher sein, dass alle mit der KEYMARK gekennzeichneten Produkte einheitlichen europäischen Qualitätsstandards entsprechen.

Auf Empfehlung des Europäischen Rates zur Verbesserung der Verbraucherschutzinteressen und um der Verunsicherung von Verbrauchern durch eine Zeichenvielfalt entgegenzuwirken, haben die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC ein europäisch vereinheitlichtes Verfahren für die Kennzeichnung von genormten Produkten geschaffen.

Die KEYMARK

Die KEYMARK ist das europäische Zertifizierungszeichen, das die Übereinstimmung von Produkten und Dienstleistungen mit Europäischen Normen dokumentiert.

Während die CE-Kennzeichnung primär die Einhaltung gesetzlicher Mindeststandards anzeigt, bietet die KEYMARK dem Verbraucher einen echten Mehrwert: die geprüfte und zertifizierte Einhaltung einheitlicher europäischer Qualitätsstandards. Die für bestimmte Produkte gesetzlich geforderte CE-Kennzeichnung kann damit in sinnvoller Weise ergänzt werden.

Ein Produkt darf nur dann mit der KEYMARK gekennzeichnet werden, wenn es zuvor durch neutrale, unabhängige und kompetente Stellen geprüft und zertifiziert wurde. Inspektion und Typprüfung stellen neben der regelmäßigen Überwachung wichtige Elemente des Verfahrens zur Vergabe der KEYMARK dar.

Darüber hinaus muss der Hersteller eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) unter Berücksichtigung der Elemente der Normenreihe EN ISO 9001 durchführen. Dieses Qualitätssystem unterliegt einer jährlichen Überwachung und wird durch eine mindestens alle 2 Jahre stattfindende Produktprüfung ergänzt.

Alle am Verfahren teilnehmenden Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstellen müssen eine Akkreditierung nach den einschlägigen Normen nachweisen und bevollmächtigt sein, die KEYMARK zu vergeben. Darüber hinaus müssen Zertifizierungsstellen bevollmächtigt sein, die KEYMARK zu vergeben

Seit 2015 wird die Bevollmächtigung von Zertifizierungsstellen, die Verwaltung der KEYMARK sowie das Management im Auftrag von CEN durch DIN CERTCO wahrgenommen.

Vorteile für Hersteller und Dienstleister

  • reduzierte Kosten für Prüfungen, Inspektionen und Zertifizierung
  • vereinfachter Zutritt zum europäischen Markt
  • erhöhtes Verbrauchervertrauen
  • zertifizierte Produktqualität
  • höhere Absatzchancen
  • verbessertes Unternehmensimage

Wärmepumpen KEYMARK in der Markteinführung

Wie bereits erfolgreich im Bereich der Solarthermie (Solar KEYMARK) praktiziert, haben verschiedene Zertifizierungsstellen zusammen mit dem europäischen Wärmepumpenverband ehpa ein europäisches Zertifizierungsprogramm für Wärmepumpen zur Vergabe der KEYMARK erarbeitet. Damit wird die Produktpalette, die die KEYMARK als europäisches Qualitätszeichen nutzen, um ein wichtiges Produkt ergänzt. Einmal geprüft und zertifiziert, überall anerkannt!

Das neue Zertifizierungsprogramm für die Wärmepumpen KEYMARK wurde durch DIN CERTCO im Auftrag von CEN genehmigt und erfüllt somit die Anforderungen der CEN/CENELEC Geschäftsordnung, Teil 4 "Zertifizierung".

Europäische Zertifizierungsstellen sind eingeladen, einen Antrag auf Bevollmächtigung zu stellen sowie die Hersteller von Wärmepumpen für die KEYMARK-Zertifizierung.

Immer mehr europäische Zertifizierungsstellen zeigen Interesse daran, im Rahmen der KEYMARK-Zertifizierung tätig zu werden und die KEYMARK als europäisches Qualitätszeichen für Produkte und Dienstleistungen zu vergeben. Seit Mitte 2015 erfolgt die Bevollmächtigung von neuen Zertifizierungsstellen zur Vergabe der KEYMARK im Auftrag von CEN zentral durch die KEYMARK Management Organisation (KMO).

Der Weg zur Bevollmächtigung

Der Antrag auf Bevollmächtigung zur Vergabe der KEYMARK wird von der Zertifizierungsstelle schriftlich an DIN CERTCO gerichtet. DIN CERTCO prüft als KMO im Auftrag von CEN anhand der eingereichten Unterlagen, ob die für die Bevollmächtigung bestehenden Voraussetzungen erfüllt werden.

Der Kompetenznachweis erfolgt gemäß der CEN-CENELEC Geschäftsordnung, Teil 4 "Zertifizierung" u. a. auf Basis

  • einer gültigen Akkreditierung nach EN ISO/IEC 17065 für den beantragten Umfang
  • von einschlägigen Erfahrungen als Zertifizierungsstelle
  • der nach EN ISO/IEC 17025 akkreditierten und von Zertifizierungsstelle als Unterauftragnehmer eingesetzten Prüflaboratorien
  • der Prüfung des ggf. vorhandenen Zertifizierungsprogramms der Zertifizierungsstelle auf Widersprüchlichkeit mit den relevanten Anforderungen der CEN-CENELEC Geschäftsordnung

Bei positiver Bewertung der Antragsunterlagen wird ein Bevollmächtigungsurkunde zur Vergabe der KEYMARK ausgestellt und ein dazugehöriges Licence-Agreements über die Zusammenarbeit geschlossen. Mit der Bevollmächtigungsurkunde erhält die Zertifizierungsstelle zusätzliche eine Identifikationsnummer (ID000), die von ihr künftig zusammen mit der KEYMARK vergeben werden muss.

Die Bevollmächtigung ist unbefristet gültig, solange die Zertifizierungsstelle Ihren Pflichten gemäß Licence-Agreement nachkommt und sie regelmäßig ihre Akkeditierung als Zertifizierungsstelle für die Bevollmächtigungsumfang nachweisen kann.

Häufig gestellte Fragen

  • Was kostet die Bevollmächtigung als Zertifizierungsstelle?
    • Im Moment ist die Bevollmächtigung als Zertifizierungsstelle zur Vergabe der KEYMARK kostenlos. Ob dies auch in Zukunft auch so sein wird, ist im Moment noch nicht absehbar.

  • KEYMARK und CE-Kennzeichnung gemäß EU-BauPVO
    • Absatz 33 der Verordnung für die Vermarktung von Bauprodukten Nr. 305/2011 (EU-BauPVO) besagt: „Die CE-Kennzeichnung sollte die einzige Kennzeichnung der Konformität des Bauprodukts mit der erklärten Leistung und Einhaltung der geltenden Anforderungen in Bezug auf die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union sein. Andere Kennzeichnungen können jedoch verwendet werden, sofern sie dazu beitragen, den Schutz der Verwender von Bauprodukten zu verbessern, und nicht von den bestehenden Harmonisierungrechtsvorschriften der Union erfasst sind.‟

      Artikel 8 Abs. 3 der EU-BauPVO lautet: „Im Falle der von einer harmonisierten Norm erfassten Bauprodukte, für die eine Europäische Technische Bewertung ausgestellt worden ist, ist die CE-Kennzeichnungg die einzige Kennzeichnung, die die Konformität des Produkts mit der erklärten Leistung in Bezug auf die wesentlichen Merkmale, die von dieser harmonisierten Norm oder der Europäischen Technischen Bewertung erfasst sind, bescheinigt.‟

      Die erwähnte Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) in der Rechtssache C-100/13 vom 16. Oktober 2014 bezieht sich auf die Verwendung zusätzlicher Kennzeichnungen durch die Mitgliedsstaaten, die die CE-Kennzeichnung ergänzen, und durch welche die Mitgliedsstaaten den Freihandel beschränken können. Dies kann nachgewiesen werden durch die Anforderung zusätzlicher Kennzeichnungen, die dieselben grundlegenden Anforderungen wie die CE-Kennzeichnung erfüllen, aber strengere Anforderungen für die selben wesentlichen Merkmale hinzufügen, damit die Produkte Zugang zum Markt der Mitgliedstaaten erhalten. In diesem Fall hat das Gericht entschieden, dass die deutschen Behörden tatsächlich gegen das Prinzip des freien Warenverkehrs innerhalb des Binnenmarkts verstoßen haben, da sie durch die Ü-Kennzeichnung zusätzliche Anforderungen für den Zugang der betroffenen Produkte zum Markt und Ihre Verwendung in Deutschland festgelegt haben. Sie gelten für dieselben wesentlichen Merkmale, die durch die harmonisierte Gesetzgebung bereits abgedeckt sind, und durch die CE-Kennzeichnung bescheinigt werden.

      Der Bericht vom 07.07.2016, den die EU-Kommision dem Parlament und dem Rat vorgelegt haben, unterstreicht genau dieses Prinzip. Jegliche freiwillige Kennzeichnung, die neben der CE-Kennzeichnung angebracht ist, beschränkt den harmonisierten Bereich nicht durch ein strengeres System für die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP). Daher dürfen andere freiwillige Kennzeichnungen und Zertifizierungssysteme nicht benutzt werden, um eine Einhaltung derselben wesentlichen Anforderungen, die bereits vom den harmonisierten Normen abgedeckt sind, zum Beispiel durch strengere Anforderungen bezüglich der Erfüllung, zu kennzeichnen.

      Schlussfolgerungen

      Aus den bisherigen Überlegungen ist abzuleiten, dass im Rahmen der EU-BauPVO die Verwendung anderer Kennzeichnungen zusätzlich zur CE-Kennzeichnung möglich ist, solange diese Kennzeichnungen nicht den selben harmonisierten Bereich wie die CE-Kennzeichnung durch strengere Anforderungen als die wesentlichen Anforderungen, die durch die harmonisierten Normen geregelt sind, abdeckt.

      Bezüglich KEYMARK ist zu erwähnen, dass es sich um eine freiwillige europäische Kennzeichnung handelt, die die Übereinstimmung mit Europäischen Normen dokumentiert. KEYMARK deckt standarisierte Bereiche ab, die kein ausschließlicher Bestandteil der harmonisierten Rechtsvorschriften sind, und berührt nicht die durch diese Rechtsvorschriften festgelegten wesentlichen Anforderungen. KEYMARK ist eher eine freiwillige Qualitätskennzeichnung, die den Produkten, auf denen sie angebracht ist, einen Mehrwert verleiht. Als solche beschränkt sie nicht den Freihandel zwischen den Mitgliedstaaten, sondern dient zum Schutz der Verbraucher, die diese Produkte verwenden. Zu diesem Zweck dokumentiert KEYMARK die Übereinstimmung von Produkten mit den Qualifikationen, die nicht in den Anwendungsbereich der harmonisierten Rechtsvorschriften fallen. Daher stellt die Verwendung von KEYMARK auf den selben Produkten wie die CE-Kennzeichnung keinen Konflikt mit der EU-BauPVO dar, solange die oben erwähnten Bedingungen erfüllt werden.

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